Gründung
des Renn-Club Nebelbach
Ein rauer Wind weht, am 7. November anno
1923, die Kragen hochgeschlagen, in Gedanken versunken und dennoch ist
allen klar: "Ein grosser Moment wird kommen!" Was aber die 3 goldenen
Lettern an diesem Mittwoch bewirkten, auslösten und Geschichte
schrieben, das konnte sich keiner vorstellen.
An diesem Mittwoch, haben sich
mit den Gebrüder
Emilio und Sepp Richli, Alfred Ruch, Arnold Benz, Eugen Gans, Karl Gack,
Fritz Mathis, Alfons Westhauser, Christoff (Alfred) Sonner, die 9
tatkräftigsten Initianten und Gründer an der „Wiege“ zur Gründung vom
Renn-Club Nebelbach eingefunden.
Die Ideen
für eine Gründung eines "Velo-Clubs" sind im Seefeld auf dem legendären
Balken am Nebelbach zustande gekommen. Jedoch blieben alle Anstrengungen
um Anerkennung und Aufnahme in den SRB als autonome Bundessektion auf
der Strecke. Der RC Nebelbach wurde kurzerhand als wilder Club
abgestempelt, und das sollte so bleiben bis zum jüngsten Tag.
Turbulente Zeiten haben sich
abgelöst mit Niederlagen und Erfolgen, Siege wurden gefeiert,
viele berühmte Rennfahrer haben diese Clubfarben mit Glanz und Gloria
vertreten. Heute, an diesem 12. Januar 2008, zählt der Zürcher Club noch
53 Mitglieder.
Abriss
Wie in allen Sportvereinen brachte auch
im RCN der zweite Weltkrieg einen Rückgang der sportlichen Aktivität,
wobei besonders die Kontakte mit den Kameraden im süddeutschen
Raum gezwungenermassen
gänzlich abbrachen. Aber auch während dieser schwierigen Zeit bewährte
sich der Nebelbach-Geist und ein reduzierter Sportbetrieb wurde
aufrechterhalten. Die Nachkriegszeit brachte wieder einen Aufschwung mit
verstärkter Aktivität und einige später prominente Rennfahrer (Clerici,
Rudolf, Tiefenthaler usw.) verdienten sich die Sporen im RCN ab.
Bis Mitte der fünfziger Jahre
vermochte sich der RCN seinen Namen als aktiver und
unternehmungslustiger Renn-Club zu halten. Langsam machten nun jedoch
die Folgen jahrelanger, gleichförmiger Führungspolitik durch einen
beunruhigenden Mitgliederabgang bemerkbar. Über eine lange Zeit waren
die gleichen Leute an der Vereinsspitze und eine Nachwuchsförderung auf
Führungsebene wurde unterlassen. Der eigentliche Tiefpunkt war 1960
erreicht, als der RCN nach zwei
ausserordentlichen
Generalversammlungen vor der Auflösung stand. Retter in der Not waren
einige beherzte Mitglieder mit Walter Frick an der Spitze, die es nicht
zulassen wollten, dass der RCN ein derart unrühmliches Ende nehmen
sollte. Mit neuem Elan ging es weiter, ein Beweis, dass sich der wahre
Nebelbach-Geist nicht so schnell unterkriegen lässt und auch imstande
ist, schwere Zeiten zu überwinden. Durch die Berufung junger Mitglieder
in den Vorstand wurde eine Kontinuität in der Clubführung erreicht, die
sich überaus zum Nutzen der Mitglieder auswirkte. Mit einer modernen und
attraktiven Gestaltung der Clubmeisterschaft und intensiver Pflege der
Geselligkeit wurden in den letzten Jahren wieder Beteiligungszahlen
erreicht, die mancher ehrwürdigen SRB-Sektion zur Ehre reichen würde.
Gegenüber früher traten die ganz jungen Fahrer
zahlenmässig stark in
den Hintergrund, weil für sie der RCN als dem Verband nicht angehörender
Club, keinen Anreiz bietet. Umso
mehr fühlen sich
die Sportskameraden mittleren Alters zum Nebelbach hingezogen und bilden
den für jeden Club unentbehrlichen geselligen Kitt, der sich auch
ausserhalb des sportlichen Bereichs bewährt.
Mit Walter Frick und Max Wyssling als
Präsidenten musste eine Durststrecke von 10 Jahren zurückgelegt werden.
Als 1969 Robert Frick in die Fussstapfen seines Vaters trat und die Vereinsleitung
im RCN übernahm, ging es wieder aufwärts.
Röbi gelang es, in
Albert Hassler einen namhaften
Sponsor zu finden, der den RCN mehrmals mit vierstelligen Zahlen
unterstützte. Davon profitierte zweifellos unser Rennbetrieb, zählten
doch die Clubrennen im RCN zu den härtesten in Zürich.
Nach dem goldenen Jubiläum
trat Robert Frick zurück, fand aber für seine Nachfolge guten Nachwuchs
in Fritz Ruch jun. Er hat die weiteren 10 Jahre bis zum 60-jährigen
bestehen des RCN auf seine Art geprägt. Geselligkeit und Zusammenhalt
war sein Streben, was er mit Erfolg erreichte. Klausfeier,
Üetlibergbummel, Kegeln, Klausentour etc. wurden in diesem Jahrzehnt zur
Tradition. Nach den Clubrennen blieb man noch in der Beiz
zum gemeinsamen Trunk. Kollegialität war
trotz sportlicher Rivalität im RCN grossgeschrieben. Dies beweist der
praktisch sturzlose Verlauf aller Clubmeisterschaften. Aber auch im
administrativen Bereich war man tätig. So wurden die Statuten
überarbeitet und der heutigen Zeit angepasst.
Was sich in den fünfziger Jahren
abspielte, wollte Fritz Ruch tunlichst umgehen, bedingt auch durch die
berufliche Neuausrichtung mit der Betreuung der Sportanlage Wisacher in
Regensdorf, gab Fritz
seinen Rücktritt als Präsident. Umsichtig und mit gutem
Gespür
für die richtige Wortwahl stellte
er mit Bruno Steiger einen jungen Präsident, dem er bis zur jüngsten
Stunde anfangs als Götti, danach als Berater und mustergültigen Helfer
fungierte.
In der Epoche der 80er Jahren brachte so
manch neues Ding einen Umbruch im Denken, beim Handeln und
in der Ausübung der Freizeitgestaltung. Früher mit einem spitzigen
Bleistift ausgestattet, hilft jetzt die elektrisch angetriebene
Schreibmaschine
weiter und bereits wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt: "Der
Personal Computer wird kommen und alles wird besser". Die Entwicklung
hat rasante Spuren hinterlassen, zur Freude der einen und zum Leidwesen
der anderen.
Bruno Steiger nahm sich der
Aufgabe sehr gewissenhaft an und führte das Geschen des RCN im
Stiele von Fritz Ruch
weiter. Der Aufschwung sowie die neuen Möglichkeiten werfen auch ihre
Schattenseiten und machen den einst hoch im Kurs stehenden
Frühjahrs-Clubrennen grosse
Konkurrenz. Was kommen
musste ist gekommen, das Umdenken brachte auch den RCN aus den Fugen.
Durch die verlockenden Alternativen sah sich die Vereinsleitung
gezwungen, die bestehende Clubmeisterschaft (8 Clubrennen) abzuändern
und einen neuen Modus einzuführen, in dem sich nicht nur die Rennfahrer
sondern auch alle Mitglieder an der so genannten internen
Clubmeisterschaft (14 Veranstaltungen) beteiligen können. Zu erwähnen
sei auch dies, die RCN Rennfahrer werden nicht
nur müde sondern auch älter. Der viel zitierte goldige Nagel kam zum
Zuge, die jungen Rennfahrer frönten sich in anderen Vereinen oder anders
ausgedrückt, die Aktiven werden passiver und der Bestand der Mitglieder
wurde zahlenmässig kleiner. Ketzerisch in die Runde gestellt: Was wäre
wenn man sich die erwähnte geschriebene Passage aus den Fünzigerjahren
in Erinnerung gerufen bzw. umgesetzt hätte?
Der bereits alt eingesessene Vorstand
des RCN verlagerte langsam die sportlichen Aktivitäten auf
die Seite der geselligen Anlässe. Auch ein mehrmaliger Appell an die
Mitglieder brachte nicht den
erhofften Schwung zurück in die einst blühende Ära des RCN. Das
Vereinsschiff blieb knapp auf Kurs, zu den gegebenen Umständen jedoch
steht's etwas in Schräglage versetzt.
Findige Leute gab's schon immer, auch
jene, welche sich eine goldige Nase verdienen wollten. Ein Aufschrei
gellt durch die Welt, die Jahrhundertwende bringe ungeahnte Probleme - absichern
und versichern lautete die
Devise. Die Natur interessierte sich mitnichten über den von Menschen
fiktiv bestimmten Kalender und die Zeit bleibt bekanntlich auch nicht
stehen. Wir stimmen, bestimmen, verändern und beeinflussen das
Geschehen, so auch im Renn-Club Nebelbach.
Das welt weite Netz der virtuellen
Verbindungen hat auch den RCN aufgenommen. Das Geschehen, die
Vereinsaktivitäten sowie die berühmt berüchtigten Geschichten des RCN,
konnten auf der grossen weiten Welt angelugt oder auch bestaunt werden.
Das letzte Aufbäumen mit der letzten
Hoffnung verbunden, dadurch die ersehnte Blutauffrischung durch neue
Mitglieder zu erfahren … blieb aus.
So oft Gold nach aussen glänzen mag, so
oft sieht's innen ganz anders aus. Oft steht auch das Materielle über
dem Zwischenmenschlichen. Viel zu oft verbissen statt beschwingt mit der
Leichtigkeit des Seins. Die Erlösung, die Stimme aus dem Plenum ordert
dem Vorstand, sich Gedanken zu machen für den weiteren Verlauf des RCN
in allen Belangen. Der Vorstand stellte der Generalversammlung am 12.
Januar 2007 den Antrag, den Verein am 12. Januar 2008 an einer a.o.
Generalversammlung unter den gegebenen Umständen aufzulösen. Antrag
gutgeheissen, jetzt geht's an das Eingemachte, d. h. die letzten Stunden
während der 85. GV in einer würdigen Messe zu zelebrieren. Arbeit ist
angesagt, eine Menge Arbeit.
Generalstabsmässig hat das Duo Fritz
Ruch und Bruno Steiger die Finanzen hochgerechnet, Pro und Contra
abgewogen, die Wortwahl der Einladung kreiert, den Apéro
zusammengestellt, etwas erlesenes aus der Küche gewählt und, den Ablauf
der letzten Versammlung durchleuchtet. Ein langer und steiniger Weg,
halbe Sachen haben keine Gültigkeit und so biss Mann oft in den sauren
Apfel (mitunter ein Spruch von Fritz Ruch).
Im 85. Jahr war fertig mit lustig oder
rund 732'600 Tage beschied uns der RCN so manch schöne Stunden,
Fröhlichkeit, sportliche Höhepunkte, Kameradschaft, aber auch Leid und
Sorgen.
12.01.2008, 17:00 Uhr - der RCN lädt ein
letztes Mal zur Generalversammlung, ja zu einer Ausserordentlichen
beginnend mit einem Apéro, um sich etwas einzustimmen. Die
Traktandenliste ist kurz, die letzten Münzen werden umgesetzt in ein
anständiges Essen, die Fahnen stehen auf Halbmast. Ein letzter Gruss,
ein grosses Dankeschön an alle - Deckel zu meine Ruh lieber Renn-Club
Nebelbach.
Jetzt kann sich der geneigte Leser einigen Passagen
aus dem Leben des RCN widmen,
auch dazu wünschen wir viel Vergnügen.
Emil Richli,1923
Mitgründer des RCN
Hervorgegangen ist der untersetzt
kräftige Emil Richli aus dem im Zürcher Seefeld und im Tiefenbrunnen
beheimateten „wilden“ Rennclub Nebelbach, in dessen grün-schwarzen
Trikots sich gar manches Nachwuchstalent entfaltete. Den Nebelbächlern
liess Richli Erfahrung und Wissen stets zukommen. Er war überhaupt sehr
hilfsbereit, so scheute sich Emil Richli nicht, an der von Paul Egli
gewonnenen Strassen-Weltmeisterschaft 1932 als Pfleger tätig zu sein.
Emil Richli’s
Todessturz
Am Auffahrtstag, 10. Mai 1934, fanden
auf dem von mehr als 12'000 Zuschauern umsäumten Zementoval der offenen
Rennbahn Oerlikon die Schweizer Bahnmeisterschaften statt. Sehr viele
Zuschauer waren allein wegen des Profisprinter-Duells zwischen
Lehrmeister Emil Richli und seinem grossgewachsenen Schüler Sepp
Dinkelkamp (der in der Folge bei den Profis sechsmal hintereinander
Champion werden sollte) gekommen.
Dinkelkamp hatte den ersten Finallauf
mit einem langen Spurt von der Spitze aus gewonnen. Der Sieger führte im
zweiten Lauf nach dem Glockenzeichen, als Richli zu seinem gefürchteten
Antritt in der vorletzten Kurve ansetzte. Dies beim Innenvorstoss mit
solch explosiver Kraft, dass das Rennvelo "zerrissen" wurde und durch
die Wucht des Druckes noch ein Reifen platzte. Beim Sturz auf den Beton
zog sich Richli eine Kleinhirnquetschung zu. Aber auch Kunst und Können
der Ärzte vermochten es nicht zu verhindern, dass "Emilio" zwei Tage
später, am 12. Mai 1934, verstarb. Sein Abschied glich einem
Staatsbegräbnis.
Drehen wir zuerst einmal die Zeitmaschine
etwas zurück und
lassen uns die Verhältnisse wiedergeben, also
zu jener Zeit vor der Gründung des RCN.
Damals …
Gewiss, die Wiederankurbelung des
Radrennbetriebs war mit einigen Hindernissen und Widerständen verbunden.
Der 1. Weltkrieg hatte nicht nur immense Blutopfer gefordert, eine
Unzahl vor dem erfolgreicher Rennfahrer wurde betrauert. Darüber hinaus
befanden sich Frankreich und Deutschland trotz dem abgeschlossenen
Versailler Friedensvertrag auf dem Gebiet der sportlichen Beziehungen
weiterhin im Kriegszustand, was vor allem dadurch zum Ausdruck kam, dass
notabene die Deutschen jahrelang von den Weltmeisterschaften
ausgeschlossen blieben! - Wenn wir von den Kriegsgeschehnissen verschont
blieben, unser Radsport dank der hinüber geretteten Leistungsfähigkeit
unserer Vorkriegs-Champions den Wideranschluss leichter als vielerorts
erwartet wieder herstellen konnte, wozu die lange Jahre mehrheitlich
brachgelegene Rennbahn Oerlikon wesentlich beitrug, mussten wir
gleichwohl mit Hindernissen verschiedenster Natur fertig werden …
Diskrepanzen ...
Während zum Beispiel der Eidgenössische
Turnverein und der Fussball-Verband alle Anstrengungen in
propagandistischer Hinsicht unternahmen, ihre Zukunft darin sahen,
möglichst in jedem Dörfchen einen Turnverein, einen Fussball-Club in
Aktion zu sehen, frönte der SRB einer gegensätzlichen Politik.
Radsport-Club-Neugründungen sahen sich deshalb dem zumeist geschützten
Veto bereits bestehender Bundes-Sektionen ausgesetzt und die Aufnahme in
den „allmächtigen“ SRB mit Erfolg verhindert.
...und Rivalitäten!
Vor allem in Zürich gedieh seit
altersher unter den tonangebenden Clubs eine seltene Blüten treibende
Rivalität. Die gegenseitige Mitglieder-Abwerbung, der erst in späteren
Jahren der Stadtverband einen zuweilen funktionierenden Riegel schob,
zählte noch zu den harmloseren „Vergnügen“. An der vordersten Front
kämpften vor allem der Velo-Club „An der Sihl“ und der „Radfahrer-Verein
Zürich“ um die Hegemonie, anfangs der Zwanzigerjahre zusätzlich
geschürt, weil die ehemals vornehmlich dem Saalsport verschriebenen „An
der Sihler“ den Beschluss fassten, auch in der Domäne Rennsport eine
aktivere Rolle zu spielen, die Fernfahrt „Rund um Zürich“ ins Leben
riefen, der allerdings keine lange Lebensdauer beschieden war. Immerhin,
als diese prächtige Veranstaltung anno 1919 erstmals ausgeschrieben und
durchgeführt wurde, schien sie der „Meisterschaft von Zürich“ gefährlich
zu werden. Überdies sah der Radfahrer-Verein Zürich seine geglaubte
Vorherrschaft bedroht. Diese Überempfindlichkeit erklärt sich
einigermassen durch die Tatsache, dass er genau genommen ein
„Kriegskind“ ist: Der Kriegsausbruch im August 1914 deckte nämlich auf,
dass die bislang neben dem ADS besonders aktiven Velo-Club „Adler“, die
„Radfahrer-Union“ und der Velo-Club „Westphalia“ zu einem grossen Teil
als ausländische Radsport-Kolonien betrachtet werden mussten, deren
Angehörige zu den Fahnen ihrer mehrheitlich deutschen Heimat gerufen
wurden. Und so sahen sich die drei äusserst aktiven Bundessektionen
plötzlich zu einer unbefriedigenden Mauerblümchen Rolle verurteilt. Mit
dem bekannt werdenden Wachsen der Gefallenenlisten verschlechterten sich
natürlich auch die Aussichten auf eine prosperierende
Nachkriegs-Zukunft. So blieb schliesslich im dritten Kriegsjahr nunmehr
der Ausweg in
die Fusion!
Alle drei im Jahre 1893 gegründeten
Clubs vereinigten sich 1917 zum Radfahrer-Verein, der damit auch das
Erbe der vom „Adler“ ins Leben gerufenen „Züri-Meisterschaft“ übernahm
und zugleich dafür besorgt war, dass sie nach nur zweijährigem
Unterbruch, somit schon im ersten „RVZ“-Jahr erneut von sich reden
machte, seither getreulich Jahr für Jahr Auflage um Auflage bis zur
nunmehr 59. Wiederholung mit grosser Mühe und entsprechendem Aufwand
organisiert wurde. Die erwähnte Überempfindlichkeit lag somit auch in
der Sorge um die Erhaltung des riesig populär gewordenen Strassenrennens
begründet. Darüber hinaus spielte aber auch das Prestige-Denken eine
bedeutende Rolle. Begreiflicherweise war der vielseits als Neugründung
taxierte RVZ im stadtzürcherischen Radsport nicht mit eitel offenen
Armen begrüsst worden. Dies umso weniger, als sich seine „Dirigeants“
auch auf die zunehmende Eroberung von wichtigen Positionen im
Dachverband verlegten. Natürlich gingen auch nicht zu bestreitende
Verdienste um den Radsport mit einher, die allerdings auch mit dem
Nachteil „spurten“, dass der Überheblichkeit Vorschub geleistet wurde.
Begreiflich auch, im Blick darauf, dass der Rad- im reinsten Sinne
Volkssport war, ist und bleibt, wurde das „Regime“ mit Frack,
Stehkragen, Melone und schwerer goldener Uhrkette nicht allseits und mit
der erwarteten Ehrerbietung goutiert. Zumal in jenen Zeiten die
RVZ-Initialen quasi als „Metropol / Monopol“ identifiziert wurden, sahen
sich vorab die Rennfahrer als zweitrangige Mitglieder betrachtet und
eingestuft. Dies änderte gleichwohl nichts an der an sich erstaunlichen
Tatsache, dass sich die Aktiven vom RVZ angezogen fühlten wie die Motten
vom Licht. Auch das pedalende Völkchen der „Nebelbächler“ machte hier
keine Ausnahme. Es konnte sich in der „Urzeit“ höchstens die Frage
stellen, weshalb nicht analog dem VC Hirslanden, dem VC Neumünster auch
ein VC Riesbach gegründet worden sei. Sie wurde wohl deshalb nie
aktuell, weil das Nebelbach-Quartier ganz einfach nicht in eine
Stadtkreis gegebene Schablone passte und passt. Das „äussere Seefeld“,
wie es der Stadtplan erkennen lässt, hat sich in ausgeprägtem Masse den
nicht nachzuahmenden Quartiergeist zu erhalten verstanden. Hieraus
erklärt sich anno 1923, also vor 85 Jahren die erfolgte Gründung des
Renn-Club Nebelbach.
Nun kommen einige Ausschnitte zum Zuge,
ereignet in, um, und mit dem RCN
1923 mit goldenen
Lettern ...
Es spielt deshalb eine gewisse Ironie
mit, dass das Gründungsjahr ausgerechnet mit dem Jahr der besonders
Aufsehen erregenden Glanztaten schweizerischer Champion identisch ist,
nämlich Heiri Suter’s Siegen in der „Flandern-Rundfahrt“ und in „Paris-Roubaix“,
Paul Suter’s Sieg in der Steher-Weltmeisterschaft in Oerlikon, Ernst
Kaufmanns blendende Karriere als Sprinter der Extraklasse. Umgekehrt
musste allerdings festgestellt werden, dass in jenem Zeitpunkt „Emilio“
und „Bubi“ als späteren besonders sportlichen „Eckpfeilern“ des RCN erst
auf den untersten Sprossen ihrer Erfolgsleitern standen und somit bei
den Aufnahmeverhandlungen auf dem SRB-Sekretariat nicht als ebenbürtige
Partner gewürdigt wurden.
Der Misserfolg am „grünen Tisch“
animierte dafür die zu „Wilden“ Gebrandmarkten zu umso intensiverer
Aktivität. Ob anerkannt oder nicht, spielte in der Folge nur eine
sekundäre Rolle: die Clubleitung hielt, gestützt auf klar abgefasste
Statuten, auf strikte Ordnung. Hinzu gesellte sich eine beispielhafte
Kameradschaft. Mancher junge Fahrer, bereits einem seit langem
anerkannten Club zugehörend, fand denn auch dort den erhofften
Anschluss, der nicht durch Kategorien-Unterschiede beeinträchtigt war.
Gewiss, es konnte nicht geleugnet werden: Bei den „Nebelbächlern“
herrschte ein oftmals rauer, dafür umso herzlicherer Ton, der jedoch dem
bald legendären „Kitt“ zugute kam, der sich insbesondere als Waffe gegen
die steten Anfeindungen bewährte. Diese erklärten sich vor allem
dadurch, dass die „Nebelbächler“ mehrheitlich - was die aktiven
Rennfahrer anbelangte - dem RVZ angehörten, gewissermassen als
„platonische Mitglieder“ mit dem vornehmlichen Zweck, anstandslos in den
Besitz der notwendigen Lizenz zu gelangen. Praktisch aber war für sie
der „Nebelbach“ massgebend, der die Pläne der SRB-Bundessektion oftmals
durch seine hauptsächliche Aktivität im süddeutschen Raum durchkreuzte:
Stockach, aber auch Volkertshausen, Arlen, Rielasingen, nahe der
Schweizergrenze, sahen die „Nebelbächler“ vorzugsweise zu Gast und man
spricht noch heute im „badischen Ländle“ von den „rauschenden Festen“
nach beendigten Rennen, die in der späteren Folge zumeist den einstmals
populären Oerlikoner Rennbahn-Speaker, Gusti Weiss, als erfolgreichen
Regisseur kannten. Von den Strassenrennen und ihren Resultaten sickerte
dagegen kaum jemals etwas bis nach Zürich durch. Man munkelte höchstens
dann und wann, dass der Eine und Andere in absehbarer Zeit auch an der
Limmat von sich reden machen werde ...
Jedenfalls sah sich die Annahme
bestätigt, dass sich die Richli, Dinkelkamp, „Bubi“, Sonner, Mathis,
Alfred Ruch, Karl Gack, Willi Vonier ihre ersten Galons „draussen“
abverdienten. Aber auch das Jestettener „Bähnli“ selig spielte eine
massgebliche Rolle und erklärt es vor allem, dass bald einmal der
Oerlikoner Zement seine besondere Anziehungskraft ausstrahlte. Es konnte
daher nicht verwundern, dass sich Emil Richli bereits anno 1924 in die
olympische Bahn-Equipe für Paris selektioniert sah, Sepp Dinkelkamp
schon als Neunzehnjähriger der RVZ-Meistermannschaft auf der Strasse
zugehörte, ehe er definitiv zum Bahnrennsport übersattelte, sich
anderseits „Bubi“ Scheuchzer als viel versprechendes Pistard-Talent
entpuppte und sich aber auch zusammen mit Fritz Mathis als „enfant
terrible“ auszeichnete. In ihrem „Sog“ wuchs eine ganze Schwadron
vornehmlich junger Strassenfahrer heran, die Giovanni Sandrini, Capecchi,
Cordazzo als wohl Bekannteste der „Nebelbacher Schule“ in der Erinnerung
haften Gebliebene, welche Jahre später zu einer eigentlichen Sensation
Pate stehen sollten ...
Vorerst aber repräsentierte
Emil Richli das eigentliche „porte-drapeau“
des RCN. Sein allerdings nur kurzes
Pariser Gastspiel hatte Folgen. Vom dortigen intensiven radsportlichen
Betrieb tief beeindruckt, konnte er der Versuchung nicht widerstehen,
sein Domizil so rasch als möglich in die Seine-Metropole zu verlegen.
Dies deckte zugleich auf, dass er seine Karriere am zielstrebigsten
verfolgte. Waren sich doch die Fachleute längst darüber klar, dass
insbesondere „Bubi“ über ebenso grosses Talent verfügte, sich darüber
hinaus über geradezu phänomenales akrobatisches Geschick auswies.
Anderseits konnte er sich jedoch nicht entscheiden, das Zürcher Pflaster
mit der Pariser Schule zu vertauschen, das sich als Erfolgzeigende
Beispiel seines Clubkameraden nachzuahmen. Cherchez la femme …
Kaum in der berühmten Leuchtenstadt
aufgetaucht, fand er schon bei Madame Rosine Piquard, einer vielfach
ordengeschmückten Samariterin aus dem ersten Weltkrieg, Gründerin und
Präsidentin des „Lutèce-Sportif“, liebevolle Aufnahme und zugleich bei
einem dessen Supporters Arbeit und Verdienst, dazu ausgezeichnete
Ratschläge, die das Fundament zu seiner glänzenden Karriere bilden
sollten, der leider ein allzu schnelles Ende beschieden sein sollte ...
Glück, Pech, Glück
wechselten in bunter Reihenfolge. Dank
seinem Können zählte er schon bald zur Spitzen-klasse auf den Pariser
Pisten. Die Art und Weise jedoch, wie er mit den Publikumslieblingen
umsprang, trug ihm insbesondere bei den „Populaires“ auf den obersten
Rängen keine Sympathien ein. So erinnere ich mich eines Sprinter-Finals,
in dem es Emilio mit drei Franzosen, Galvaing, Beaufrand, Chennevière zu
„tun“ hatte, die ihn nach allen Regeln der Kunst, auch mit Hilfe der
Ellenbogen einschlossen, schachmatt setzen wollten. Und plötzlich, man
traute seinen Augen kaum, lagen die drei Franzmänner auf dem Rücken ...
der dadurch entfachte Entrüstungssturm auf den Rängen bleibt
unvergesslich. Es nützte rein nichts, dass die Fachzeitungen des Lobes
voll über Richli's Können waren. Er musste, oftmals auch als Profi
schon, nur auf der Piste auftauchen, löste er unverzüglich ein
ohrenbetäubendes Pfeifkonzert aus.
Heiri Suter als
Protektor
Darob wurde ihm der Pariser Boden als
gemach zu heiss. Das hinderte natürlich nicht, dass auch unser populärer
„Heiri National“ auf Richli's Fähigkeiten aufmerksam wurde. Dank seiner
Siege im „Grand Prix Wolber“ zwei Mal als damals noch inoffizieller
Weltmeister gefeiert, er zählte zu den Ersten, die vom Pariser
Buffalo-Direktor für die ersten Mailänder Six-jours engagiert werden
sollten. Nur die Partnerfrage harrte der Lösung, verursachte
direktoriales Kopfzerbrechen. Denn Heiri's Vorschlag kam einem Ultimatum
gleich: „Entweder mit Richli oder gar nicht!“ Einwände en gros: „Der ist
ja noch Amateur! Der hat ja gar keine Sechstage-Erfahrung!“ Und Suter
lakonisch: „Profi ist er schnell und für das Weitere bin ich schon
besorgt“. Was passierte? Die Mannschaft Suter - Richli machte Furore und
Schlagzeilen zugleich. Emilio entpuppte sich auf Anhieb als
sensationelles Talent mit dem vorläufigen Effekt, dass die Eidgenossen
schon bald die gesamte Konkurrenz mit zwei Runden Vorsprung dominierten,
was den Protest von Binda - Girandengo auslöste: Entweder werden die
zwei Runden annulliert oder wir steigen aus und damit hätte das Rennen
mit einer Pleite geendigt. Also wurde dem italienischen Ultimatum
stattgegeben, die Schweizer zurückversetzt, jedoch zusätzlich finanziell
entschädigt. Und damit war zugleich Richli's glänzende Six-jours
Karriere gestartet, der in der Folge mit den verschiedensten Partnern
siegte.
Berühmte eigene
Clubfarben!
Die Episode verdient vor allem aus dem
Grunde besondere Erwähnung, weil Emil von Rosine, übrigens der spätern
Schwiegermama von Tour-de-France-Co-Directeur Félix Lévitan, als Dank
für seine bravourösen Leistungen die Bewilligung erhielt, „seinen“
Rennclub in die Farben ihres Clubs einzukleiden. In der Folge machten
denn auch bei uns die grünen Trikots mit den schwarzen und goldenen
Streifen Furore, den „Nebelbach“ als „Filiale“ des Pariser
Lutèce-Sportif kennzeichnend. Und jeder „Nebelbächler“ war in der Folge
bestrebt, sich dieser Clubfarben würdig zu erweisen.
„Emilio“, wie er bald nach seinem viel
versprechenden Profi-Debüt im Mailänder Sechstage- rennen an der Seite
Heiri Suters gerufen wurde, zeichnete sich nicht nur im Rad-Rad-Kampf
als schlauer Taktiker aus. Vielmehr entpuppte er sich, natürlich
offiziell ebenfalls dem RVZ angehörend, auch für seine „Nebelbächler“
als gewiegter Diplomat, darauf achtend, dass die gar nicht gerne
gesehenen „wilden Grünen“ keinen Schikanen ausgesetzt waren.
Krach im Hinterhaus
1934
Sein unglücklicher Sturz, der ihn allzu
früh im Zenith seiner Erfolge dahin raffte, sollte denn auch schon sehr
bald bedauerliche Konsequenzen nach sich ziehen. Kaum ein Jahr später
schon, verhärteten sich die Fronten RVZ - Nebelbach. Irgendwie spielte
die verpönte Trikotfarbe eine Rolle, deren Eintragung in die Lizenzen
verhindert werden sollte. Von diplomatischem Geschick war beiderseits
keine Rede mehr: die Nebelbächler pochten auf das unantastbare
Pietät-Gedenken an ihren grossen Champion, der RVZ seinerseits auf seine
langjährigen Meisterschafts-Traditionen, auf sein Prestige, seine
Clubfarben respektiert zu wissen, ohne allerdings zugleich zu bedenken,
dass er für einen weiteren Mannschafts-Meisterschaftssieg just auf die
Nebelbächler angewiesen war. Diese wiederum waren sich ihrer Stärke umso
mehr bewusst.
Schweizermeister
Und sie spielten prompt auch den
entscheidenden Trumpf aus, sagten dem RVZ in corpore Valet und
beflügelten ihre bisherige „stille“ Filiale, den Velo-Club Küsnacht!
Dieser Schachzug zeitigte verheerende Folgen. Der RVZ sah sich nicht nur
als langjähriger Strassen-Mannschaftsmeister entthront, sondern musste
es erleben, dass der Velo-Club Küsnacht alias Renn-Club Nebelbach zum
neuen Meister gekrönt wurde!
Derlei Zwistigkeiten erfreuen sich
manchmal einer recht zähen Lebensdauer. Jedenfalls ist festzuhalten,
dass sich die Küsnachter auch im folgenden Jahr, 1936, des bedeutsamen
Zuzugs erfreuen konnten. Mit dem Unterschied allerdings, dass nunmehr
der RV der Stadt Winterthur vom neuerlichen Zweikampf profitierte, den
stolzen Titel erstmals erobern durfte. Verständlich, die zweimalige
Niederlage den Stadtclub wurmte, dass schliesslich der „Kleinkrieg“ ein
Ende fand, die engere Liaison nicht zuletzt durch die Berücksichtigung
Walti Richli's im Berliner Olympia-Bahn-Vierer wieder ermöglicht wurde.
Wahrscheinlich trug aber auch der Umstand dazu bei, dass der „Nebelbächler“
seine vielseitigen Badenser Randonnées unter dem Regime des
„tausendjährigen Reichs“ aufgeben musste; dies ändert gleichwohl nichts
an der Tatsache, dass der RCN intern intakt geblieben ist.
Selbstredend darf nicht unterschlagen
werden, dass bereits anfangs der Dreissiger Jahre das Beispiel Richli -
Dinkelkamp Schule machte: Nach den ersten Erfolgen auf der Strasse
rückte in Werner Wägelin ein weiterer Könner auf der Rennpiste nach, der
dafür besorgt war, dass die Serie der Schweizer Meistertitel nicht
abriss. Während sich in der Folge Sepp Richli in administrativer
Hinsicht um den Schweizer Amateur-Bahnrennsport verdient machte, sich
vorab auch für die Schweizer Interessen auf dem Singemer Zement
einsetzte, begannen die erheblich jüngeren Köbel und Walter Richli ihre
ersten Schritte auf der Piste mit dem Endeffekt, dass der Renn-Club
Nebelbach mit Wägelin und Walter Richli gleich zwei Clubkameraden in den
Berliner olympischen Bahn-Wettbewerben selektioniert sehen durfte.
Sepp Dinkelkamp ein
erfolgreicher Schüler von Emil Richli…
… aus der „Nebelbacher Schule" gekommen,
wurde er ab 1934 in ununterbrochener Reihe sechsmal
Profi-Sprintermeister. Ebenfalls den gleichen Titel holte Emil Richli ab
1931 dreimal.
Schweizer Meister 1935
im Mannschaftsfahren
in der Besetzung Alfred Cappecci, Carlo
Cordazzo, Walter Diggelmann, Fritz Ruch sen. (Kapitän),Hans Sandrini,
Hans Schmid und Hans Weber. In einer Zeit von 2:25:56,8. Gefahren wurde
diese Meisterschaft in den Clubfarben vom Velo-Club Küsnacht.
Werner Wägelin ein
weiterer Könner auf der Rennpiste
der dafür besorgt war, dass die Serie
der Schweizermeistertitel nicht abriss. Mitte der dreissiger Jahre wurde
er viermal Amateur - und 1944 Profi-Sprintermeister. Für die olympischen
Bahndisziplinen von Berlin wurde er und Walter Richli, selektioniert.
Die Nachkriegszeit
brachten wieder einen Aufschwung und
einige prominente Rennfahrer wie Carlo Clerici, Ernst Rudolf und Peter
Tiefenthaler verdienten sich ihre Sporen im RCN ab.
Die Glanzepoche mit
Oscar Plattner
fand ihren Höhepunkt in den 50er Jahren
als Amateur-Sprinterweltmeister 1946 in Zürich-Oerlikon sowie als
Profi-Weltmeister 1952 in Paris. Ausserdem wurde er mit Unterbrüchen von
1947-1958 fünfzehn Mal Profi-Sprintermeister und ab 1944 dreimal Amateur
Sprintermeister. Als einziger der Sprinterasse gewann Oscü auch
zahlreiche Sechstagerennen mit verschiedenen Partnern. Nach seinem
Rücktritt nahm er 1966 das Amt als Nationaltrainer an, welches er 20
Jahre mit grossem Erfolg ausübte. Unser RCN-Ehrenmitglied, feierte 1997
seinen 75. Geburtstag.
Die Motorisierung
bewirkt, dass der Schweizer Radsport in
ein Wellental geriet. Diesem Sog konnte sich auch der RCN nicht
entziehen. 1960 war der eigentliche Tiefpunkt erreicht, als der RCN nach
zwei ausserordentlichen Generalversammlungen vor der Auflösung stand.
Retter in der Not
Mit Walter Frick an der Spitze wurde die
Auflösung des RCN 1960 umgangen.
Der Aufschwung
Röbi Frick und Fritz Spring konnten den
Nebelbach ab 1969 in den grünen Bereich bringen.
Geselligkeit,
Zusammenhalt mit Fritz Ruch
das war sein Motto, was er mit Erfolg
erreichte. Die radsportlichen wie geselligen Anlässe wurden in seinem
Jahrzehnt als Präsident, ab 1974, zur Tradition. Nach den Clubrennen
blieb man noch in der Beiz zum gemeinsamen Trunk. Kollegialität war
trotz sportlicher Rivalität im RCN grossgeschrieben. Im Feld der 25-30
Fahrer umfassenden Clubläufen vermochten sich stets die aktiven
Rennfahrer wie Heinz Zumbühl, Marc Riegendinger (2x), Ernst Bürer, Harro
Rusterholz und Ex-Profi Vicente Burgal (5x) in Szene setzen und
RCN-Clubmeister zu werden.
Vicente war zudem Initiant des während
mehreren Jahren durchgeführten Grand Prix „Salon Burgal“ mit Ziel auf
der Schwägalp, war mit Abstand der beste Werber für den Renn-Club
Nebelbach! Alle Fahrer die den Grand Prix fahren wollten wurden von
Vicente in den RCN „beordert“.
1990 wurde Fritz Ruch zum Ehrenpräsident
ernannt. Er übernahm das Amt von seinem Onkel Ernst Ruch, der seit 1949
Ehrenpräsident war. Im Jahr 1984 übergab Fritz die Führung nach 10
Jahren an Bruno Steiger.
Jubiläumsrennen – 60
Jahre RCN
Frühmorgens erfolgte der Start bei
idealen Bedingungen beim Strandbad Mythenquai in der Nähe der
Sukkulenten Ausstellung. Neutralisiert bis Rüschlikon.
1. Etappe Strassenrennen mit Massenstart, Rüschlikon-Siebnen.
Ziel in Siebnen auf der Höhe des Restaurants nach der
Abzweigung Richtung
Sattelegg – 38.7 km.
2. Etappe Bergrennen mit Massenstart, Siebnen-Sattelegg.
Ziel Rest. Sattelegg – 11.6 km.
3. Etappe Zeitfahren um den Sihlsee. Start und Ziel in Willerzell – ca.
20.0 km.

Die Siegerehrung
des RCN Jubiläumsrennen am 18. September 1983
3. Rang Vicente Burgal - 1. Rang Bruno Steiger - 2. Rang Marc
Riegendinger
Felix Koller
ein Bahn- und Strassenrennfahrer, hatte
er von 1985-89 doch im RCN 5x hintereinander die Szene der CM beherrscht
sowie anschliessend auch 2x die interne CM.
Die letzten 24 Jahren
mit Bruno Steiger
1976 als Aktivmitglied dem VC Küsnacht
beigetreten, wurde er schon bald eingeladen bzw. aufgefordert, sich dem
RCN anzuschliessen. "Da wird Velo gefahren, da könne man etwas lernen,
die Fahrradpumpe sei auch steht's dabei" … manchmal auch in den Händen
damit fuchtelnd - eben ein wilder Verein!
So trat Bruno 1978 als junger Velofahrer
in den RCN ein. Als flotten Kerl haben wir ihn kennen gelernt. Schon 5
Jahre später hat er als Beisitzer für 1 Jahr im Vorstand Platz genommen
und anschliessend für fast ein viertel Jahrhundert den Vorsitz gehabt.
Die Jahre und mit ihnen der Fortschritt
haben sich breit gemacht. Gleichsam anno dazumal als "die Bilder laufen
lernten", vollzog sich während den 80er Jahren ein grosser Wandel. Der
Rubel rollte, das Automobil machte die Freiheit grenzenlos, das Angebot
in vielerlei Hinsicht war gegeben und, die edlen Rennmaschinen kamen
anderweitig zum Einsatz.
Lange Zeit habe ich parallel zum RCN die
präsidiale Leitung im Bürgerturn-Verein Küsnacht inne gehabt. Auch hier
zeichnete sich zusehends ein Mitgliederschwund auf, junge und
sportbegeisterte Kerle blieben fern, die strammen Mittvierziger wurde
älter und auch entsprechend passiver - das zu Recht. Dieses Bild wurde
auch in den Reihen des RCN ausgemacht.
Den Fehler für den markanten Rückgang
(Beteiligung, Neumitglieder, Interessenverlagerung etc.) zuerst bei sich
gesucht und hernach "beruhigend" festgestellt, dass auch andere Vereine
mit dieser Problematik konfrontiert wurden. Ein Fakt als auch eine
schwer beizukommende Epidemie.
Mit seinen Attributen "ehrgeizig,
Durchhaltewillen, genau" zeigte Bruno immer und immer wieder, der
Nebelbach sollte wenigstens nur annähernd zur Blütezeit zurückfinden.
Der Modus wurde geändert, Anpassungen vorgenommen, farbige Bulletins
versandt, Hilferufe kundgetan und sich auch virtuell angepriesen. Der
Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Krug geht so lange zum Brunnen,
bis er bricht. Irgendwann nützt auch das Beten nichts mehr, Tatsache
ist, wir müssen uns mit der Situation abgeben. Ab diesem Zeitpunkt
kommunizierte Bruno klar und deutlich: Ich führe den Verein weiter,
zerreisse keine Stricke mehr und versuche wenn möglich, keine
Möglichkeit auszulassen, neue Impulse wahrzunehmen und ggf. einzusetzen
bzw. anzuwenden, um dem Ableben des RCN beizukommen.
Papier nimmt bekanntlich alles an,
manchmal auch gutes und lehrreiches. Beim Zusammentragen des Materials
für diese Abhandlung 85 Jahre RCN, hat das Lesen der einzelnen
Festschriften und Dokumentationen einiges bewirkt. Kluger Rat ist teuer
oder kommt meistens zu spät oder lässt sich nur erschwert umsetzen oder
fordert z. T. Opfer für einen Neuanfang bzw. Aufschwung.
Während der Amtsperiode von Bruno hat
sich der Vorstand zusammen während 128 Jahren Gedanken über den RCN
gemacht. Phänomenal oder Kontraproduktiv, man erinnere sich an die
Erkenntnis aus den 50er Jahren.

Der Vorstand anlässlich der 85. und a.o.
Generalversammlung 2008
Josef Herzog Friwe Wagner Bruno
Steiger Fritz Ruch
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